| Umgang mit Wein - Die richtige Weinlagerung |
Jüngere, fruchtige Weine sind heute hingegen so stabil, dass ihnen auch der Transport vom Ort ihres Kaufs nach Hause nicht allzu viel ausmacht. Daher können sie mit Genuss auch schon am gleichen Abend getrunken werden. Wer allerdings ganz sicher gehen will, denkt voraus und kauft den Wein rechtzeitig ein. Bei trinkfertigen Weine, die sich in der Flasche nicht mehr sonderlich verbessern, lohnt sich eine jahrelange Lagerung kaum. Hier genügt es, eine gewisse Vorratshaltung zu organisieren, denn schaden kann es dem Wein auf keinen Fall, wenn er ein paar Tage Ruhe hat, um seine Qualitäten voll zur Geltung zu bringen und auch, um langsam auf die richtige Trinktemperatur gebracht werden zu können.
Die verbrauchten Flaschen werden ersetzt und ruhen dann, bis sie "an die Reihe kommen". Diese Vorratshaltung kann außer in stark beheizten Räumen oder unter intensiver Sonneneinstrahlung nahezu überall stattfinden. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Weinen, bei denen sich eine längere Flaschenalterung lohnt. Das sind diejenigen Gewächse die noch nicht trinkfertig sind, wenn sie auf den Markt kommen. Andere wiederum sind sind bereits zum Genuss geeignet, können ihre Qualität jedoch durch eine weitere Reifung in der Flasche noch wesentlich verbessern.
Wichtig ist an erster Stelle die liegende Lagerung der Flaschen um das Austrocknen der Korken und die Oxidation der Weine zu vermeiden.
Bei den anderen Risikofaktoren kann man davon ausgehen, dass die meisten Weine auf Grund der Fortschritte in Weinberg und Kellerei gegenüber Umwelteinflüssen wesentlich unempfindlicher sind als noch vor 20 Jahren. Wein soll dunkel lagern, lehren uns die althergebrachten Kellerregeln. Das ist deshalb richtig, weil die direkte Sonneneinstrahlung den Wein erwärmt und dadurch schneller altern lässt. Zudem beeinträchtig der schnelle tägliche Rhythmus dieser Erwärmung und Abkühlung die Weinqualität. Sind die Flaschen jedoch nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt, schädigt der tägliche Helligkeitswechsel die Weine auch nach einigen Jahren nicht kennbar. Bei sehr alten und empfindlichen Weinen sollte jedoch über die Möglichkeit einer Abdeckung, beispielsweise einer alten Wolldecke nachgedacht werden.
Auch die Fortschritte der Haltbarkeit von FIaschenweinen konnten die eiserne Regel nicht ausser Kraft setzen, dass Wein umso langsamer er reift, je kühler er lagert. Durch eine ständige Lagerung über 20 Grad altert Wein zu schnell, sodass viele Gewächse ihren qualitativen Höhepunkt gar nicht erst erreichen. Ein ganz normaler Kellerraum eignet sich hingegen ausgezeichnet zur Weinlagerung. Die in Kellern üblichen, durch die Jahreszeit bedingten Temperaturschwankungen von 10 15 Grad schädigen die Weine nicht. Schließlich sei noch darauf hinzuweisen, dass es dem Wein auch nicht förderlich ist, wenn er bei der Suche nach einer bestimmten Flasche im Keller zu oft angefasst, bewegt und umgepackt wird. Ständige Vibrationen lassen einen Wein nie zur Ruhe kommen. Er wird ständig in Aufruhr versetzt, sodass er sich nicht in Bestform präsentieren wird.
Fremdgerüche stellen ein gewisses Risiko für die Lagerung von Flaschenweinen dar. Intensive Gerüche können dazu führen, dass der Wein nach einigen Jahren eine eigentümliche Geruchs- und Geschmacksnote annimmt, die ihn sogar
ungenießbar machen kann. Vor allem der für viele Keller typische Heizölgeruch, der Geruch von Waschmitteln und einigen Gemüsesorten - vor allem Kartoffeln oder Zwiebeln - sowie Fäulnisgerüche sind besonders schädlich. Bei der Beachtung dieser wenigen Regeln ist es jedem Weinfreund möglich, bei Bedarf aus seinem Keller edle, reife Weine hervorzuzaubern, deren Genuss für den geringen Aufwand der Kellereinrichtung vielfach entschädigen. Dem handwerklich begabten Weinliebhaber sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Gerade die Ausstattung des eigenen Weinkellers und die Organisation der Weinlagerung lassen breiten Raum für individuelle Entfaltung. So sind es in der Regel finanzielle Kriterien, die eine professionelle Ausstattung des Weinkellers mit Stapelelementen, Kühlgeräten und Temperaturkontrolle bestimmen.
| Quelle: Wein Enzyklopädie |
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